Uranium Network

Imminent Uranium Mining in Tanzania

Currently 25 companies from different countries are exploring for uranium in Tanzania (www.wiseuarnium.org). Already in the 1970s radiometric survey showed several radiometric anomalies pointing to uranium enrichments as well in the South of Tanzania as in an area around Bahi in central Tanzania. During the last years these possible deposits got into the focus of the international uranium mining industry. For example the Australia based corporation Uranex NL (www.uranex.com.au) has managed to get rights overexploration tenements of more than 12000km2 since the corporation was founded in 2005.

The Uranex exploration was very successful, they published a pre-feasibility study in 2008 and are planning to start mining operation in the Bahi Swamp area about 80km west of the capital Dodoma in 2010/11. As another example the maps below show the activities of Mantra Resources Ltd (www.mantraresources.com.au ). This company recently published an initial resource description expecting 39.9 million tonnes averaging 409 ppm
U3O8 for a contained 35.9 million pounds of U3O8 in South Tanzania.

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German Version

Mehr als 25 Firmen aus aller Herren Länder suchen derzeit in Tansania nach abbaubaren Lagerstätten des giftigen und radioaktiven Schwermetalls (www.wise-uranium.org).

Beispielswiese ist es der Firma Uranex NL aus Australien (www.uranex.com.au) gelungen, sich Explorationsrechte über Gebiete mit zusammen mehr als 12.000km2 anzueignen. Uranex erwartet in der Nähe von Bahi, etwa 80 km westlich der Hauptstadt Dodoma eine Lagerstätte mit 14 Millionen Tonnen abbaubaren Uranerzes. Eine Machbarkeitsstudie soll 2009 abgeschlossen werden und für 2010/11 sehen die ehrgeizigen Pläne der Gesellschaft den Beginn des kommerziellen Abbaus vor.

Ein anderes Beispiel ist Mantra Resources (www.mantraresources.com.au) . Diese Explorationsgesellschaft hat Lagerstätten mit fast 40 Millionen Tonnen Uranerz im Süden Tansanias in der Nähe von Malawi ausfindig gemacht. In Malawi hat die  Firma Paladin aktuell mit dem Abbau von Uranerz begonnen.

Mehrere Faktoren bilden den Hintergrund dieser Entwicklung: Die aktuelle Diskussion der Kernenergie als angeblich klimafreundliche Alternative der Stromerzeugung bei gleichzeitig zur Neige gehenden Uranvorräten aus abgewrackten Atomsprengköpfen lässt die Industrie auf eine nachhaltig rege Nachfrage hoffen.

Weltweit sind derzeit verstärkte Aktivitäten der Uranfirmen zu beobachten, wobei Afrika einen Schwerpunkt bildet.

Tansania setzt verstärkt auf den Bergbau als wirtschaftlichen Eckpfeiler des Landes. Der Beitrag zum Bruttosozialprodukt soll nach Angaben des Bergbauministers William Gereja bis 2025 auf  10% ansteigen. Mit Unterstützung der deutschen Bundesanstalt für Geologie und Rohstoffe (BGR) wurde vor kurzem ein Investors´guide herausgebracht, in dem sich Tansania als wahrhaftiges Bergbauparadies präsentiert.

Ob Bergbau allerdings wirklich der Schlüssel zur wirtschaftlichen Zukunft Tansanias sein kann, ist umstritten.  Eine im März 2008 mit Unterstützung der Religionsgemeinschaften veröffentlichte Studie zum Goldbergbau ( ), die allerdings von der Industrie  heftig kritisiert wird, kommt zu dem Schluss, dass die normalen Tansanier nicht vom Goldboom profitieren und die Reichtümer des Landes geplündert werden. 
Uranbergbau ist generell mit erheblichen Belastungen für die Umwelt und die Gesundheit der Menschen verbunden:

  • enormer Landschaftsverbrauch für Tagebaugruben, Abraumhalden und Schlammdeponien
  • exzessiver Energie-und Wasserverbrauch für Erzgewinnung und -verarbeitung
  • Freisetzung von radioaktiv und mit Schwermetallen belasteten Abwässern
  • Freisetzung radioaktiver und giftiger Stäube
  • Freisetzung des radioaktiven Edelgases Radon
  • permanente Bedrohung durch riesige Schlammhalden aus der Verarbeitung: Stäube, Radon, Sickerwässer. Gefahr von Dammbrüchen und Erosion


Unter den Bedingungen in Zentral-Tansania stellen sich die Risiken noch verschärft dar:

Als Ackerbauern und Viehzüchter, die von ihren eigenen Erzeugnissen leben, sind die Menschen auf eine intakte Umwelt angewiesen; noch mehr gilt es für die Angehörigen des nördlich von Bahi beheimateten Stamms der Wasandawi, die traditionell als Jäger und Sammler leben.

Das Klima verschärft die Gefahr, dass gefährliche  Stäube in die Umgebung verweht werden beziehungsweise infolge von Überschwemmungen gefährliches Material in die Umgebung gelangt.

Der Uranabbau würde auch die Existenz des Flusses Bubu, der die Lebensader der Region ist, sowie das Sumpfgebiet von Bahi, als überregional wichtiges Reisanbaugebiet gefährden.

Erfahrungen mit der Uranindustrie aus andern Ländern Afrikas wie Namibia, Niger oder Gabun  zeigen, dass der Schutz der Umwelt und die Interessen der Menschen meist wenig ernst genommen werden. Das bisherige Verhalten von Firmen und Behörden in Tansania beim Thema Uran lassen befürchten, dass es hier nicht anders sein wird:

  • Mangelnde Transparenz: von Anfang an wurden weder die Öffentlichkeit in Tansania noch die Einwohner der betroffenen Gebiete angemessen über die Vorhaben informiert.
  • Die Explorationsgebiete umfassen Land, das nach tansanischem Recht unter der Kontrolle der Dörfer steht (Village Land Act 1999); ohne Zustimmung der örtlichen Verantwortungsträger hätte über dieses Land nicht verfügt werden dürfen.
  • Im Zuge der Explorationsarbeiten  wurden zahllose Schürfgruben angelegt, die nicht fachgerecht verschlossen wurden.
  • Angehörige von NROs, die den Uranprojekten kritisch gegenüberstehen, werden offen behindert und bedroht.


In der Gegend von Bahi haben sich einige engagierte Persönlichkeiten unter dem Dach der Nichtregierungsorganisation FEMAPO zusammengeschlossen, um sich gegen den Uranabbau und für die Interessen der Menschen und den Schutz der Umwelt einzusetzen.

Während zweier öffentlicher Versammlungen in Dodoma wurde deutlich, dass die Menschen vor Ort den Uranbergbau ablehnen, da sie keine Vorteile für sich erkennen können, wohl aber erhebliche Beeinträchtigungen befürchten. Diese Position wird mittlerweile von einem breiten Bündnis lokaler Nichtregierungsorganisationen und Religionsgemeinschaften einschließlich der wichtigen Kirchen unterstützt.

FEMAPO versucht auch die Menschen in den Dörfern, die vom Uranabbau am unmittelbarsten betroffen wären, zu informieren. Dort ist ein großes Problem, dass die Menschen kaum über ihre politischen Rechte Bescheid wissen. Deshalb sieht FEMAPO es zunehmend als Aufgabe an, in den Dörfern über die Rechte, die die tansanische Verfassung jedem Bürger garantiert, zu informieren. Die Dorfbewohner zeigen großes Interesse an dieser Kampagne und wollen selbst aktiv an der Entwicklung ihrer Dörfer teilhaben.

Der eigentliche Antrieb für die weltweite Suche der Bergbauindustrie nach Uranlagerstätten kommt allerdings aus den Industrieländern, wo das Uran als Treibstoff für die Kernkraftwerke verbraucht wird.

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