Russlandgeschäfte: Greenpeace fordert von der Axpo, Verantwortung zu übernehmen

Offener Brief an Geschäftsleitung und Aktionäre

 

In der Ausgabe der „Rundschau“ vom 8. September haben Exponenten der AKW Gösgen und Beznau erstmals zugegeben, worauf Greenpeace-Recherchen schon länger hindeuteten: In den beiden Schweizer Anlagen wird Brennstoff eingesetzt, der in Majak aus verbrauchtem nuklearem Brennstoff von russischen U-Booten und Eisbrechern wiederaufgearbeitet wird.

Dies wirft insbesondere auf die Axpo ein schiefes Licht, welche ihren Atomstrom gerne als saubere Energie anpreist.

Die im russischen Ural gelegene Weiteraufbereitungsanlage Majak gilt gemeinsam mit Tschernobyl als verstrahltester Ort der Welt. Nicht nur wegen Unfällen in der Vergangenheit: auch heute noch werden radioaktive Abwässer direkt in den Fluss Tetscha geleitet. Die Folgen der radioaktiven Verseuchung sind für die ansässige Bevölkerung verheerend. Die Krebsrate ist überdurchschnittlich hoch, ebenso die Zahl der Fehlgeburten.

Deswegen stellt Greenpeace jetzt in einem offenen Brief an die Axpo-Geschäftsleitung, den Axpo-Verwaltungsrat und die Aktionäre eine Reihe von weiter führenden Fragen für mehr Transparenz und zu Menschenrechtsaspekten. Die Umweltorganisation fordert eine umfassende Information über die aktuellen Produktionsumstände in der Problemanlage Majak sowie die Folgen für Mensch und Umwelt der umliegenden Gebiete. Sie verlangt von der Axpo, Verantwortung zu übernehmen und die Verträge mit Majak sofort zu künden.

Sie können den Brief auf

http://www.greenpeace.org/switzerland/Global/switzerland/publications/Greenpeace/2010/101004_OffenerBriefAxpoMajak_web.pdf

einsehen.

*Aktionäre der Axpo sind die Kantone AG (Aargau), GL (Glarus,) SH (Solothurn), ZG (Zug), ZH (Zürich) sowie die Elektrizitätswerke AEW, EKT, EKZ, und SAK.


Kontakt:

Sibylle Zollinger, Mediensprecherin, +41 44 447 41 73
Florian Kasser, Atomcampaigner +41 44 447 41 23

Online Version:

http://1708.cleverreach.de/show_mailing.php?id=827770&h=27922-487073df5a9fbcd191437c2c798d5d83