Wanderausstellung der Wiener Umweltanwaltschaft über das schmutzige Geschäft des Uran-Abbaus auch vor unserer Haustüre!

WUAÜber die dramatischen Konsequenzen des Uran- Abbaus informiert eine neue Wanderausstellung der Wiener Umweltanwaltschaft. Umweltstadträtin Ulli Sima hat diese am 15. April im Gymnasium Parhamerplatz im 17. Bezirk eröffnet:

"Wir wollen den Jugendlichen eine bisher vermutlich weniger bekannte alarmierende Facette der Atomkraft aufzeigen - die Folge des Uran-Abbaus, der für den Betrieb von Atomkraftwerken notwendig ist", so Sima.

Bislang wurde vor allem in entfernten Ländern wie Kasachstan,
Russland oder Australien abgebaut, nun droht das "Comeback" des
Uranabbaus auch in Europa, auch in östlichen Nachbarländern
Österreichs. Die Ausstellung kann von Schulen kostenlos inklusive
Infomaterial angefordert werden. Das Angebot ist eines der vielen
Maßnahmen der Stadt Wien im Rahmen der aktiven Anti-Atom-Arbeit: "27
Jahre nach Tschernobyl und 2 Jahre nach Fukushima dürfen wir nicht
locker lassen - wir kämpfen mit vielen Verbündeten für den europäischen
Atomausstieg und in diesem Zusammenhang gegen das Comeback des
Uranabbaus in Europa", so Sima.

Atomlobby forciert Uranabbau auch in Europa

Uran ist die Grundlage für die Herstellung von Kernbrennstoff. Seit
1990 wurde der Abbau weltweit zurückgeschraubt, weil ausreichend
sekundäre Uran-Quellen aus der Abrüstung von Atomwaffen zur Verfügung
standen. Diese Quellen laufen aus und somit greift die Atomlobby wieder
auf die Uranförderung zurück.

Derzeit wird innerhalb der EU in Tschechien und in Rumänien abgebaut.
Nun droht ein Abbau auch in der Slowakei und in Ungarn. In der Slowakei
hat das kanadische Minen-Unternehmen European Uranium Resources Ltd.
sein Interesse am Standort Kuriskova (400-450 km von Wien entfernt) in
der Ostslowakei bekundet, geologische Untersuchungen sind am Laufen. In
Ungarn will das australische Unternehmen WildHorse Energy im
Mecsek-Gebirge (300-350 km von Wien entfernt) mittelfristig Uran
abbauen.

Uran: Bedrohung für Grundwasser und Böden

Die Folgen für Mensch und Umwelt sind erschreckend. Uranabbau führt zur
Bedrohung des Grundwassers, die Luft wird durch radioaktive Substanzen
belastet, die Böden verseucht. Ganze Landschaften werden durch die
Abbau-Arbeiten zerstört. Es entstehen enorme Mengen von schlammförmigen
Rückständen, die in Absetzbecken gepumpt werden, tausende Tonnen
radioaktiv belasteter Rückstände bleiben zurück. Sickerwässer aus
diesen können in Erdreich, Grund- und auch ins Trinkwasser gelangen.

Atomkraft: Hoher Energieaufwand - geringer Energiegewinn

Der Abbau, die Verarbeitung und die Anreicherung des Urans verbraucht
enorm viel Energie. Ebenso die Herstellung der Brennstäbe, der Betrieb
des Atomkraftwerkes und schließlich die Entsorgung - bislang die
Zwischenlagerung - der Brennstoffe. Die gesamte Brennstoffkette ist
sehr energieintensiv. Was den Uranabbau betrifft, so hängt dessen
Energieaufwand im speziellen vom Uranerzgehalt ab. Der
durchschnittliche Erzgehalt sinkt mit zunehmender Ausschöpfung der
Uranreserven. Deshalb werden Vorkommen mit immer geringerem Urangehalt
abgebaut und zu Brennstoff verarbeitet, das führt wiederum zu immer
höherem Energieverbrauch. Es ist absehbar, dass der Erzgehalt der
verbleibenden Lagerstätten soweit absinkt, dass durch den Einsatz des
Urans in Atomkraftwerken kaum mehr Energie erzeugt wird, als für seine
Herstellung notwendig war.

Im Juli 2012 waren weltweit 429 Atomreaktoren mit einer Nettoleistung
von 362,5 GWe in Betrieb. Diese Atomkraftwerke verbrauchen pro Jahr
rund 10 500 Tonnen angereichertes Uran in Form von Brennstäben. Der
jährliche Bedarf an Uran zur Herstellung der Brennstäbe liegt bei rund
59.000 Tonnen Natur-Uran. Nur etwa 3 % der globalen Energieerzeugung
stammen aus Kernenergie. Dabei stammen global bereits über 21 % des
Stroms aus erneuerbaren Quellen.

Stadt Wien fordert europaweiten Atomausstieg

Die dramatischen Folgen der Atomkraft sind nicht erst seit Tschernobyl
und Fukushima bekannt. Wien arbeitet seit vielen Jahren an einem
Ausstieg aus der Kernenergie für Europa und forciert alternative
Energiequellen. "Atomkraft ist Energie von gestern, sie ist alles
andere als klimafreundlich - betrachtet man die gesamte Brennstoffkette
- auch wenn die Atomlobby versucht anderes zu behaupten", so Sima. Sie
hat ein europaweites Städtenetzwerk für den europäischen Atomausstieg
gegründet. Gemeinsam mit Städten wie Köln, München, Dublin und vielen
anderen will Wien vor allem auf EU-Ebene die einseitige Förderung der
Atomkraft bekämpfen und die Alternativen fördern.

"Kernenergie ist nicht nur gefährlich und nicht in der Lage einen
relevanten Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, sie ist auch
unwirtschaftlich, wie die Begehrlichkeiten der Atomlobby nach
Fördergeldern in Europa klar zeigen", so Andrea Schnattinger,
Umweltanwältin und Atomschutzbeauftragte der Stadt Wien.

Alle Infos zur Ausstellung unter www.wua-wien.at