Uranabbau in Afrika für "sauberen Atomstrom" in Europa?

Ab Mittwoch, 13. Mai 2009, wird eine Delegation aus mehreren afrikanischen Ländern über die teilweise desaströsen Auswirkungen der Abbaus des Energierohstoffs Uran auf Umwelt und Gesundheit der Menschen sprechen und dem hier gezeichneten Bild des "sauberen Atomstroms" die Realität des schmutzigen Uranabbau gegenüberstellen.

Hintergrund:

Derzeit stehen mehrere Länder Afrika's unter einem massiven Ansturm internationaler Uranexplorations- und abbaufirmen, die den begehrten Energierohstoff abbauen wollen.
Nachdem Angebot und Nachfrage nach Uran stark auseinanderklaffen, war der Preis in die Höhe geschnellt, und viele Unternehmen bemühen sich, ein "Stück vom Kuchen" zu ergattern.

Sie bauen dabei auf die zum Teil fehlende Gesetzgebung in Sachen Strahlenschutz in manchen afrikanischen Ländern bzw. auf die mangelnden Möglichkeiten, bestehende Gesetze durchzusetzen und die Firmen bei ihren Tätigkeiten zu überwachen.

In der Folge wird Uran unter Umständen abgebaut, wie sie in den westlichen industrialisierten Ländern nicht genehmigungsfähig wären - auf Kosten der Menschen vor Ort, deren Gesundheit, mit extrem negativen Folgen für die Umwelt und eine nachhaltige Entwicklung in den Ländern.

In Malawi hat es bereits ein erstes Todesopfer VOR Inbetriebnahme einer Uranextraktionsanlage gegeben.

Die AG uranium-network.org innerhalb MENSCHENRECHTE 3000 e.V., Freiburg, lädt eine Delegation aus von Uranabbau betroffenen oder davon bedrohten Ländern nach Deutschland ein, um über ihre Erfahrungen mit dem Abbau von Uran und dessen Folgen für Menschen, Gesundheit und Umwelt zu berichten.

Die Delegation isteinmalig in Ihrer Zusammensetzung - personell und inhaltlich.

 

aus Namibia

Frau Hilma MOTE
Direktorin von Labour Resource and Research Institute (LaRRI), mit einer Studie über die Auswirkung des mehr als 30-jährigen Uranabbaus von Rössing / Rio Tinto Zincauf Bergarbeiter und "Umgebungsbevölkerung", die erschreckende Auswirkungen des Uranabbaus aufzeigt.

Frau Bertchen KOHRS, EARTHLIFE Namibia,
die zusammen mit Hilma Mote / LaRRI im vergangenen Oktober eine Konferenz und Tour "Uranium - Blessing or Curse?" in Namibia organisiert hat, die die fast hemmungslos zu nennende Ausbreitung des Uranbergbaus in Namibia kritisch hinterfragt und zu einer bis heute anhaltenden öffentlichen Diskussion über Uranabbau in Namibia geführt hat.

aus Niger: Almoustapha ALHACEN, Tuareg, NGO Aghir in Man, Arlit,
der in der Uranabbauregion um Arlit eine Umweltschutz - und Arbeitsschutz-Initiative gegründet hat, die den Uranabbau von AREVA kritisch hinterleuchtet und Unterstützung vom französischen CRIIRad bekommen hat, der die radioaktive Kontamination in Arlit aufdecken konnte.
Am Südrand der Sahara sind ca. 120 (!) Explorationslizenzen für Uran vergeben worden.

AREVA plant gleichzeitig in Niger die Eröffnung der weltgrößten Uranmine Imouraren .
Umweltschut- und Menschenrechtsgruppen protestieren gegen dieses gefährliche Projekt.

siehe auch: AREVA: Imouraren, un desastre annonce, Communique de Presse, 4 May 2009


aus Tanzania: Anthony LYAMUNDA, FEMAPO
,

der mit der NGO FEMAPO die Menschen über die Folgen des Uranabbaus, die Gefahren der Radioaktivität etc. aufklärt, während die tanzanische Regierung vermutlich 70 Explorationslizenzen für Uran an ausländische Firmen vergibt, unterstützt von der bundesdeutschen BGR, die einen "Investor's Guide" herausgebracht hat, der die Bodenschätze Tanzania's zur Ausbeute anbietet ...

aus Malawi: Reinford MWANGONDA, CfJ Citizens for Justice
In Malawi hat die Fa. Paladin ein Uranbergwerk gegen Widerstand und Proteste aus der Bevölkerung in Betrieb genommen; noch vor Inbetriebnahme der Uranextraktionsanlage kam es zu einer Explosion, bei der drei Arbeiter schwer verletzt wurden, einer ist inzwischen an den Unfallfolgen verstorben.